Marvin Gaye: Live At Montreux 1980 (180g) (Limited Numbered Edition)

Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.

Live at Montreux

This fantastic Marvin Gaye performance was recorded at the Montreux Casino on July 7 1980, as part of that year’s 14th Montreux Jazz Festival. Marvin Gaye is an American legend. He was signed to the fledgling Motown label in 1961 by label founder Berry Gordy. He scored a total of 39 US Top 40 singles for the label including such classics as „Let’s Get It On“, „Ain’t That Peculiar“, „Inner City Blues“, „Ain’t No Mountain High Enough“, „What’s Going On“ and of course „I Heard It Through The Grapevine“ all included in this performance. Music video by Marvin Gaye __© 1980 Montreux Sounds (/RTS), under exclusive license to Eagle Rock Entertainment Ltd.

Live at Montreux

Orchestraler Soul von Motown bis Disco: Marvin Gaye

Am 7. Juni 1980 tritt der legendäre Soulsänger Marvin Gaye mit einem 16-köpfigen Orchester beim Jazzfestival Montreux am Genfer See auf. Gaye liefert einen souveränen Auftritt mit einem Querschnitt durch sein Schaffen, angefangen von seinen frühen Motown-Hits aus den 1960er Jahren wie „I Heard It Through The Grapevine“ bis hin zu seinem Ausflug in Discogefilde mit „Got To Give It Up“. „In Concert“ präsentiert einen der letzten wichtigen Auftritte von Marvin Gaye, der vier Jahre später unter tragischen Umständen stirbt. Gestaltung: Klaus Wienerroither

Orchestraler Soul von Motown bis Disco: Marvin Gaye

Gottverdammter Groove, Tränenströmer und Deluxe-Schnulzen.

Montreux 1980. Wer Jazz liebte, war dort. Und wer dort auftrat, der musste schon verdammt viel vorzuweisen haben. Dizzy Gillespie, Max Roach und Art Blakey gehörten 1980 zum Line-Up – und eben noch ein leicht aus dem Rahmen fallender, ungewöhnlicher Typ. Einer, der in ganz anderen Sphären musizierte. Einer, der den elitären Jazzern pure animalische und anti-intellektuelle Blutwallungen vermittelte. Marvin Gaye.

Die Aufnahmen entstanden, als es Marvin Gaye in seinem viel zu traurigen Leben wirklich nicht mehr gut ging. Als psychisches Wrack, geschieden, auf Drogen, verschuldet und mit Motown zerstritten war er nach Europa ausgewandert, wo er kurz vor seinem Tod noch ein paar Jahre die ihm angemessene Achtung erfuhr.

Das Bandintro startet mit ein paar einleitenden Takten von „Time To Get It Together“, dem vielleicht fettesten und zugleich tragischsten Song des 1977er „Scheiß auf die Liebe“-Albums „Here My Dear“. Dass es gottverdammt groovt, und dass sich die nächsten, knapp 100 Minuten dem anschließen werden, wird einem jeden mit Soul im Blut unmittelbar erleuchten. Und zwar ab Ende des ersten Taktes, der gespielt wird.

Mit „Got To Give It Up“ folgt der Song, mit dem Gaye sich entschlossen hat, die Bühne zu entern. Der schwarze Mann mit nur unwesentlich weniger Blinkzeug am Anzug als Elvis beginnt stolz, die gesamte Spannbreite seines Organs vorzuführen. Von weichem, verletzlichen Säuseln bis hin zur sexy Attacke umgarnt er den Hörer mit seiner Stimme. „Sekrete müssen fließen“ lautet die überschäumende Message, auch bei dem folgenden „A Funky Space Reincarnation“. Und es hilft alles nichts, es muss getanzt, gehüpft und exaltiert mit den Armen geschlenkert werden.

Die volle Funkbesetzung der Musiker muss sich nicht mal mit ihren verspielten solistischen Exzessen zurückhalten, im Gegenteil. Fortwährend klingt durch, dass die Jungs gerade allesamt wahre Liebe mit ihren Instrumenten praktizieren. Sie verlieren keine Sekunde an Präsenz und erfreuen bei jedem Groovewechsel aufs Neue. Schweiß und Liebe wird gepredigt, und zu Letztgenannter schwenkt Marvin im Anschluss an den Exzess um. „Come Get To This“ und „Let’s Get It On“, sind Tränenströmer und Deluxe-Schnulzen und werden nacheinander gespielt. Marvin Gaye ist bei diesem Konzert immer noch auf der Höhe seines Könnens.

Die Playlist dieser hundert kostbaren Minuten vereint seine schönsten Songs und wird jedem Soul-Liebhaber gerecht. Auch einige seiner ersten Hits wie „I’ll Be Doggone“, „I Heard It Through The Grapevine“ und seine unvergessenen Duette, voll unendlichem Schmelz und Bravour, gibt er zum Besten.

Nach dem sentimentalen Höhepunkt der Scheibe („Distant Love“) nähert sich Gaye wieder politischen Fragen, die er um die Zeit des Vietnamkriegs in seine Songs packte. Die solistischen Auslebungen der potenten Afrotypen werden folglich noch weitschweifender. Ein Funkmaster-Schlagzeugsolo, ein Arsenal von souligen Tastensounds, die heute so nicht mehr gebastelt werden, der Bassist slappt sich einen, die Bläser sind tight und der Trompeter schraubt sich in „Trouble Man“ in freakige, hirnsprengenden Höhen.

Eines seiner letzten Live-Zeugnisse beendet Gaye mit einer Deluxe-Portion der Geschichte machenden, obligatorischen „Ooohs“ und „Aaaahs“ und ein paar schlichten, nach Frieden verlangenden Botschaften. Verpackt in einem wunderbaren Medley aus drei seiner schönsten sozialkritischen Hymnen des 68er-Albums „What’s Going On“. „War is not the answer“ singt der gebrochene, auf der Bühne nach wie vor unfehlbare Soulmann. Und die Musik vermittelt, dass allein Liebe die Lösung sein kann.

Dann haucht und predigt Marvin seine letzten Töne, bedankt sich höflich, lässt noch ein paar zutiefst drogendurchtränkte Sätze ab, dann ist es aus. Und ich sitze mit geschlossenen Augen und ausgebreiteten Armen ca. einen Meter über dem Boden – freischwebend und voller geladener Ehrfurcht. Der Chor von Engeln in meinem Kopf singt weiter.

Gottverdammter Groove, Tränenströmer und Deluxe-Schnulzen.

AllMusic Review by Rob Theakston

While not as emotionally potent or as historical a release in Marvin Gaye’s live album catalog as others, Live in Montreux 1980 is a power-packed two-disc set capturing the man once again at the top of his game. Starting off with the classic „Got to Give It Up“ (complete with a subtle nod to the Jacksons) and working his way through the much underrated „A Funky Space Reincarnation,“ Gaye ruthlessly tears through one hit after another before an audience that clearly is savoring every moment. A moving tribute medley to Tammi Terrell closes the first disc and leads Gaye into vintage territory before diving into classic hit after staggering hit that made What’s Going OnGaye exercises and stretches each song to its elastic limits, proving again why he was the yardstick by which all other live performers measured themselves, as well as further solidifying his reputation as one of the most consummate live entertainers of his generation. And though it’s not as historically important as the Live at the London Palladium recording, Live in Montreux provides the kind of all-encompassing glimpse into his brilliant catalog that most live albums have failed to deliver accurately. Highly recommended, and arguably essential listening for anyone purporting to be a fan of Marvin Gaye.

 AllMusic Review by Rob Theakston

Playlist

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Synopsis

Marvin Gaye: Live in Montreux 1980 is a taped performance of singer Marvin Gaye’s performance at the Montreux Jazz Festival, recorded on July 17, 1980. Gaye included this performance as part of a European tour. Gaye performs a majority of his hits from his recent disco-funk hits „Got to Give It Up“ and „A Funky Space Reincarnation“, to his duet hits with Tammi Terrell including „Ain’t No Mountain High Enough“ and „Ain’t Nothing Like the Real Thing“, in which Gaye re-interpolated the songs as a somber tribute to Terrell, who died over a decade before, to sixties Motown classics such as „I’ll Be Doggone“, „Ain’t That Peculiar“, „How Sweet It Is (To Be Loved By You)“ and „I Heard It through the Grapevine“, to seventies standards such as „What’s Going On“, „Trouble Man“ and „Let’s Get It On“. The Montreux set was later released as a CD/DVD in 2003.