GayNow-Artikel: Schwule Nazis

Nazi und zugleich schwul, dies gilt für die meisten als Unmöglichkeit. Doch auch innerhalb der Neonazi-Szene gibt es viele Schwule, teilweise geoutet, teilweise nicht. Aber gerade die engen kameradschaftlichen Beziehungen innerhalb der Szene führen oftmals zu schwulem Sex unter Neonazis.

Die Thematik ist innerhalb der deutschen Neonazi-Szene sehr brisant, einerseits ist es ein offenes Geheimnis, dass in den meisten Verbänden auch durchaus schwuler Sex vorkommt und viele Kader selbst schwul sind, andererseits gilt Homosexualität für die Mehrheit als ideologisch verwerflich, es wird mit Schwäche und Unmännlichkeit assoziiert. Es gab mehrere heftige Debatten, wie mit diesem Thema umzugehen sei. Zwar stellen sich die meisten radikal gegen Homosexualität und fordern teilweise sogar die Wiederholung der historischen systematischen Schwulenermordung wie im Dritten Reich, doch zugleich leben auch viele schwule Neonazis geoutet in ihren Verbänden und werden als solche auch akzeptiert und anerkannt. Obwohl schwuler Sex nicht selten stattfindet, wird das Thema so gut wie nie offen thematisiert. Insbesondere das Wort „schwul“ wird als Selbstbezeichnung kategorisch abgelehnt.

Der Dokumentarfilm „Männer, Helden, schwule Nazis“, von Rosa von Praunheim, thematisiert diesen brisanten Konflikt. Er lässt sowohl aktiv rechtsradikale und geoutete Schwule ebenso wie Aussteiger aus der Szene zu Wort kommen. Der in der Neonazi-Szene aktive Schwule André beschreibt die Thematik hierin folgend: er habe mitbekommen, „dass der Kampf gegen Schwule nicht unbedingt ein Kampf gegen Männer ist, die mit Männern in’s Bett gehen, sondern ein Kampf gegen Unmännlichkeit, ein Kampf gegen Schwächen.“ Der ebenfalls rechtsradikale Alexander Schlesinger beschreibt seine Meinung zu schwul sein und Männlichkeit mit: „Ich bin ja nicht schwul geworden, um auf so was feminines abzufahren, ich bin schwul geworden um auf Kerle zu stehen“. Das Bild von Männlichkeit spielt eine enorme Rolle im Konflikt zwischen Homosexualität und der rechtsradikalen beziehungsweise neonazistischen Szene.

Den meisten Menschen scheint es zwar paradox und irrsinnig zu sein, dass es überhaupt schwulen Sex unter Nazis gibt, jedoch sollte man sich darüber bewusst werden, dass diese Szene zu ca. 80-90 % von Männern dominiert wird und Frauen hierin kaum vorkommen. Desweiteren wird die Neonazi-Szene beschrieben als ein Ort der das Gefühl gibt, „eben kein Fremder zu sein, sondern schon dazuzugehören.“, wie es der schwule Aussteiger aus der Szene Jörg Fischer beschreibt. Dieses Gefühl von Zugehörigkeit spielt für ungeoutete und sich mit ihrer Sexualität unsicher fühlende Schwule eine große Rolle.

Ein berühmtes Beispiel für die Zwiespältigkeit in der neonazistischen Szene in Bezug auf Homosexualität ist der Fall Michael Kühnen. Kühnen war insbesondere während der 70er und 80er Jahre aktiv in der Szene und wurde zeitweise zu ihrem bedeutendsten Anführer. Er war selbst homosexuell, gab dies aber der Öffentlichkeit zunächst nicht preis. Anfangs sehr aktiv in der Jugendorganisation der NPD, gründete er später mit anderen eine Unterorgansation der NSDAP-AO, die SA-Sturm-Hamburg. Aus dieser entstand später die ANS (Aktionsfront Nationaler Sozialisten). Kühnen, als Chef der ANS, hatte das Ziel eine neue legale SA aufzubauen. Vorherrschaft auf der Straße und eine neue nazistische Bewegung der Massen waren seine Leitsätze hierbei. Er war sehr medienaffin und hat sein Kontakte zu Journalisten benutzt, um sich selbst als Anführer der Szene darzustellen. Es gelang ihm gut, die Medien für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Ein Zitat Kühnens von 1990 das er vor der Semperoper in Dresden äußerte ist hierfür sehr beispielhaft: „Der Spiegel hat mich zum gefährlichsten Neonazi Deutschlands gemacht und das bin ich auch.“ Kühnen war zu dieser Zeit in Ostdeutschland bereits bekannter als die rechtsradikale Partei der Republikaner. Um dieses Image wusste er und genoss es auch. 1981 wurde Johannes Bügner, Mitlgied in der ANS, von zweien seiner Kameraden mit 22 Messerstichen aufgrund seiner Homosexualität brutal ermordet. Kühnen verfasste daraufhin 1986 die 67seitige Streitschrift „Nationalsozialismus und Homosexualität“. Hierin hebt er das ermordete Opfer als einen großen Kämpfer für den nationalsozialistischen Kampf hervor. Kühnen solidarisierte sich nicht nur mit dem ermordeten Bügner, sondern propagierte sogar eine Vereinbarkeit von Homosexualität und nazistischem Gedankengut. Er argumentierte, dass Schwule sich im kriegerischen Kampf besser eignen würden, da sie sich im Gefecht nicht um ihre Familie zu kümmern bräuchten, und daher sich auf ihre Kameraden besser konzentrieren könnten. Die Veröffentlichung führte zu seinem politischen Ende. Einer der Liedertexte die aufgrund dieser Schrift entstanden war: „an der Laterne vor der Reichskanzlei hängt der schwule Kühnen und Brehl hängt gleich dabei, und alle Nazis bleiben stehen, sie wollen den Schwulen Hängen sehen, wie einst SA-Chef Röhm, wie einst SA-Chef Röhm.“ Michael Kühnen verstarb 1991 an den Folgen von AIDS. Während seines gesundheitlichen Leidensweges verließen ihn seine Freunde und sogenannten Kameraden von damals. Doch sein Begräbnis wurde dennoch als Aufmarsch instrumentalisiert und er als Held der neonazistischen Bewegung glorifiziert. Als die Besucher der Trauerfeier gefragt wurden, ob sie wüssten, dass Kühnen schwul war, wurde dies verneint mit der Erklärung, man habe Gerüchte gehört, aber nie einen schlüssigen Beweis gesehen.

Kühnen ist kein Einzelfall, anderen schwulen Neonazis erging es ähnlich. Wie beispielsweise dem französischen Rechtsradikalen Michel Caignet, der sich als erster in der rechtsradikalen Szene outete. Caignet hatte das Ziel eine schwule, neonazistische Organisation aufzubauen. Jedoch wurde Caignet nach seinem Outing von der Szene ausgeschlossen. Zeitgleich begann in den Gruppen eine große Debatte um Homosexualität und insbesondere um schwule Kader in der Szene. Dies führte zu einer regelrechten Hetze und dem Beginn einer „Anti-Homo-Kampagne“.

Auch aus der historischen Perspektive wird deutlich, dass das Verhältnis zwischen Homosexualität und Nationalsozialismus sehr ambivalent ist. Einerseits wurden während der Nazi-Diktatur so viele Schwule in Konzentrationslager gebracht und ermordet, dass dies als historisch einmalig gilt. Andererseits war der SA-Chef Ernst Röhm, Führer einer der wichtigsten nationalsozialistischen Organisationen, selbst schwul. Seine Homosexualität galt als offenes Geheimnis, sowohl unter den Nazis als auch in der Presse und der allgemeinen Öffentlichkeit. Ein Stricherjunge mit dem Röhm verkehrte, versuchte sogar ihn zu erpressen. Als ihm dies nicht gelang, klagte er Röhm mit Verweis auf den Schwulenparagraphen 175 vor Gericht an. Aber das Verfahren wurde aufgrund der politischen Bedeutung Röhms nicht weiter verfolgt. Auch gab es verschiedene Versuche in der deutschen Presse, Röhm aufgrund seiner Homosexualität zu diskreditieren, vor allem von Seiten der SPD. Dies führte zu einer Kontroverse innerhalb der NS-Elite. Hitler war sich lange Zeit unsicher, was er mit Röhm tun sollte. Denn er war einer der bedeutendsten politischen Freunde Hitlers und lange Zeit war Hitler sehr stark auf seine Unterstützung angewiesen. Die SA war eine Massenorganisation und Hitler benötigte sie um an die Macht zu kommen und diese zu bewahren. Insbesondere um Präsenz auf der Straße zu zeigen, einen Rückhalt für seine Drohungen zu haben und um seine Feinde auszuschalten. Dies alles geschah trotz des Wissens von Hitler um Röhms Homosexualität. Doch Röhm galt nicht nur als Risiko aufgrund des Skandals in der Presse. Er galt auch als politischer Gegner Himmlers und Görings. Aufgrund dieser Konflikte entschied sich Hitler letztendlich gegen Röhm und für einen Putsch gegen ihn. Im Vorhinein seiner Ermordung, schürte die SS gezielt Gerüchte betreffend seiner Homosexualität um ihn zu diskreditieren. Anschließend an die Ermordung wurde die Hetze gegen Schwule enorm gesteigert. Der § 175 wurde verschärft und es begann die systematische Internierung und Ermordung von Schwulen in Konzentrationslager.

In der Hitlerjugend, ebenso wie in jeder größeren streng geschlechtergetrennten Jugendorganisation, kam es nicht selten zu gleichgeschlechtlichem Sex. Oftmals unter Mitwissen oder sogar der Beteiligung der Gruppenführer. Entgegen der allgemeinen politischen Propaganda wurde der Sex zwischen Männern an vielen Stellen des NS-Systems lange Zeit toleriert.

Die nationalsozialistische Kultur hat eine besondere Betonung der Männlichkeit in ihren medialen Auftritten propagiert. In vielen Filmen und Fotos wurden Männer auf eine sehr heroische und erotisch aufgeladene Weise dargestellt. Diese Männerbilder wurden auch den Soldaten des Dritten Reiches gezeigt. Zwar war die ursprüngliche Intention eine klare Definition von Männlichkeit, Männer haben beispielsweise stark, ausdauernd, belastbar, unfehlbar und gute Krieger für das Vaterland zu sein. Aber in dieser Darstellungsweise lag auch eine enorme Homoerotik.

Das Paradoxon dieses Konflikts findet heutzutage seine vermutlich krasseste Ausprägung in einer kleinen Szene von Schwulen, die einen sexuellen Fetisch auf Sadomasochismus in Bezug zur Nazi-Zeit haben. Hier werden sexuelle Rollenspiele ausgelebt, bei denen der eine der SS-Arzt und der andere den Juden darstellt. Weitere Fetische rund um nationalsozialistische Kultur sind beispielsweise das Ficken vor einer Hackenkreuzflagge oder anderen Nazi-Zeichen. Der Fetisch hat zumeist etwas mit den Assoziationen zu tun, die diese Menschen mit Nationalsozialismus verbinden, etwas böses und verbotenes. Zudem spielte Herrschaft und beherrscht werden während der Nazi-Zeit eine große Rolle, was für viele an sich bereits ein Fetisch ist, siehe Dominas, Handschellen und Andreas-Kreuze. Die eben genannten Fetische ebenso wie der Skin-Fetisch sind aber klar von denen der Nazi-Fetische zu unterscheiden.

Letztendlich gibt es wohl Schwule in jeder gesellschaftlichen Gruppe in der Männer vorhanden sind. Schwule Nazis scheinen zwar paradox, aber die Sexualität ist relativ unabhängig von der jeweiligen politischen Ideologie und Überzeugung. Selbst wenn diese eine politische Meinung vertritt, die die eigene Sexualität für widernatürlich und pervers hält.

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GayRomeo – der blaue Himmel?!

GR, die blauen Seiten oder das schwule Einwohnermeldeverzeichnis, das weltweit größte deutschsprachige Internetportal für Schwule hat viele Namen. Kein Wunder, immerhin hat GayRomeo die schwule Szene so stark geprägt, wie kaum ein anderes Kommunikationsmedium. Das dies sowohl positive als auch negative Seiten hat, ist leider nicht allen bewusst.

GayRomeo hat weitreichende Auswirkungen auf das soziale Leben der schwulen Szene, sowie  natürlich auch direkt auf die User. Immerhin wird beispielsweise heutzutage nicht mehr nach der Telefonnummer, sondern nur noch nach dem GR-Namen gefragt, wenn man sich in einer Bar mal eben kennen gelernt hat. Die Schwelle sich daraufhin zu melden ist für viele im Internet deutlich niedriger als  jemanden direkt anzurufen. Zudem ist man im Internet ja versteckt, oder zumindest fühlt sich dementsprechend.

Dies steht allerdings im krassen Kontrast zu der Offenheit mit der viele User mit GayRomeo umgehen. Immerhin hat man hier die Möglichkeit sein gesamtes Intimleben zu veröffentlichen. Ob Religionszugehörigkeit, Schwanzgröße oder Vorlieben. GayRomeo lädt geradezu dazu ein, der Öffentlichkeit alles mitzuteilen. Welche individuellen Folgen hieraus entstehen können, wird auf dem Internetportal leider wenig thematisiert. Denn obwohl die meisten hierüber nie nachdenken, können alle Daten selbstverständlich auch jederzeit missbraucht werden.

GayRomeo – der blaue Himmel?!

Jede_r kann sich bei GayRomeo einloggen

, deine Nachbarin, dein bester Kumpel oder auch deine Mutter. Theoretisch haben alle Zugriff. Dies birgt natürlich ein Risiko, gerade für Menschen die in der Öffentlichekit stehen, ebenso für Menschen die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Besonders Lehrer sind hier in einer prekären Situation. Stößt ein Schüler zufällig auf das Profil eines Lehrers, so hat der Schüler zumeist eine bestimmte Machtposition, insbesondere wenn der Lehrer nicht in der Schule geoutet wird. Und umso mehr, wenn der Lehrer hier recht offenkundig mit seinen intimen Fotos und Vorlieben umgeht. Das Schüler GayRomeo gegen ihre Lehrer missbrauchen ist schon mehrmals vorgekommen. Teilweise musste sogar die Schulleitung oder eine noch höhere Ebene einschreiten.

Aber nicht nur Lehrer setzen sich einer Gefahr aus bei dieser offenherzigen Preisgabe der privatesten Informationen. Im Prinzip tut dies jeder. Man sollte sich darüber bewusst sein, dass es Unternehmen gibt, die systematisch das gesamte Internet quasi abspeichern. Alles was einmal online war, wird für immer auf diesen Firmenservern sein. Es gibt heutzutage kaum Menschen, die keinerlei Datenspuren im Internet hinterlassen haben.

Ob Fotos, Kontaktadressen oder sogar private Mitteilungen. Nach diesem Prinzip können Firmen ein ganzes Datenprofil des Individuums bilden. Durch dieses Profil lassen sich oft Verlinkungen zu verschiedenen Internetportalen machen, unter anderem auch zu GayRomeo, obwohl der persönliche Name nicht im Profil veröffentlicht wurde.

Theoretisch ist es daher durchaus möglich, dass Unternehmen nach Bewerbungsgesprächen sich erst einmal erkundigen ob der Bewerber ein GR-Profil besitzt, das daraufhin natürlich gründlich untersucht wird. Wenn man dann auch noch intimste Daten im Profil angegeben hat, erhöht dies die Chancen beim Unternehmen natürlich nicht gerade.

Dies ist der Grund weshalb die taz ihren Artikel über GayRomeo:

Jede_r kann sich bei GayRomeo einloggen

„Gefährlich hoher Dating-Faktor“

mit „Die rosa Listen sind wieder da.“ begann. Zwar ist diese Gleichstellung mit dem Schwulen-Verzeichnis der Nazis eine klare Übertreibung, es lassen sich aber durchaus einige Parallelen ziehen, inwiefern die Daten des Einzelnen jedem_jeder und damit auch dem Staat zugänglich sind. Die Datenschutzebene ist nur eine von verschiedenen kritischen Seiten von GayRomeo.

Eine weitere ist die des sozialen Umgangs miteinander. Die systematische Katalogisierung genauester Körperdaten, sozialer Charakteristika sowie sexueller Vorlieben hat natürlich Auswirkungen auf die Art und Weise wie die User miteinander umgehen. Die Suchfunktion ermöglicht das Finden eines schlanken, europäischen, blonden, unbehaarten, blauäugigen, schwulen Mannes im Alter von 18 Jahren der gerne fistet und einen unbeschnittenen Schwanz hat (dies ist die gekürzte Version der Detail-Suche bei der stets die erste Wahlmöglichkeit genommen wurde). Diese Schubladensuche verleitet natürlich auch zu einem Schubladenverhalten bei den GR-Usern. Eines der beliebtesten Merkmale von GR-Profilen ist die Aufzählung von Typen von Menschen oder Charakteristika die der User nicht mag, im Extremfall lassen sich dann solche Kommentare finden wie:

„Bitte keine tuckigen Weiber!“

oder auch „Türken brauchen ´s bei mir gar nicht erst zu versuchen!“. Die Offenherzigkeit mit der Viele mit GayRomeo umgehen bringt auch die Rassismen, Sexismen und anderen Diskriminierungsformen zu Tage.

Auf individueller Ebene ist GayRomeo bei manchen zum ausschließlichen Kontaktmedium geworden. Man lernt neue Leute nicht mehr auf der Straße, sondern nur noch per Profil kennen. Psycholog_innen  berichteten mehrfach von Menschen die eine tatsächliche GayRomeo-Abhängigkeit entwickelt haben. Diese müssen mit langer Therapie erst wieder die normale soziale Kontaktpflege erlernen und ihren Umgang mit dem Medium GayRomeo natürlich stark überdenken. Dies sind selbstverständlich Extremfälle, aber auch auf die breite Masse hat diese Änderung des sozialen Umgangs massive Folgen.

Dies zeigt sich vor allem an der Infrastruktur der Szene. Seit dem Aufkommen des Internets und mit ihm GayRomeo berichten viele schwule Bars, Cafes und ehrenamtliche Einrichtungen von einer Abnahme der Kundschaft beziehungsweise dem Ausbleiben von Menschen die die sozialen Treffpunkte nutzen. In einigen deutschen Städten gab es in den 80er und 90er Jahren deutlich mehr engagierte Gruppen und Vereine als heutzutage. Junge Schwule treffen sich nicht mehr in der Jugendgruppe, sondern bei GayRomeo. Dies scheint absurd, angesichts der Tatsache, dass sich zur selben Zeit so viele über eben dieses Internetportal beschweren.

Gerade schwule Jugendliche kritisieren hier oftmals die reine Fixierung auf Sex.

Sie haben noch keinerlei Erfahrung mit der schwulen Welt, dies kann dazu führen, dass einige denken, One-Night-Stands über das Internet zu bekommen, sei die einzige Möglichkeit ihre schwule Identität auszuleben.

Ein weiterer Punkt bei der kritischen Auseinandersetzung mit GayRomeo ist der häufig auftretende soziale Ausschluss von Nicht-Schwulen. Wenn man ständig vor den blauen Seiten hängt, wird es unwahrscheinlich sein, dass man auch mal etwas mit der Hetero-Welt, geschweige denn Frauen zu tun hat. Das Leben der Mehrheit der Menschen bekommen diese User praktisch nicht mehr mit.

Ich rufe hiermit nicht zum Boykott von GayRomeo auf, ich möchte viel eher ein kritisches Nachdenken anregen. GayRomeo hat auch für viele positive Erneuerungen gebracht. Schwule auf dem Land hatten bisher nie die Möglichkeit zu sehen, ob es nicht vielleicht im eigenen Dorf weitere Schwule gibt. Das schwule Internetportal „Du bist nicht allein“ beschreibt dies sehr treffend. Aber auch eigentlich schüchterne Menschen bekommen über das Chatportal die Möglichkeit andere anzusprechen und kennen zu lernen. Wo sie sich früher nicht trauten, haben sie nun die Möglichkeit ohne Scham an Andere heranzutreten. Diese Niedrigschwelligkeit ist für viele der Hauptgrund, weswegen sie über GayRomeo neue Kontakte suchen.

Es zeigt sich, dass GayRomeo sehr vielschichtig ist, diese Ambivalenz wird aber von vielen nicht wirklich wahrgenommen.

Bei all den Veränderungen die GayRomeo mit sich bringt, sollte man sich selbst, als Mitglied der schwulen Szene, durchaus einmal fragen, in welche Richtung sich die Szene hierdurch eigentlich entwickelt. Vermutlich würde bereits dieses kritische Hinterfragen einen positiven Wechsel im Umgang mit diesem Medium bringen.

One thought on “GayNow-Artikel: GayRomeo”

naja Oberflächlichkeit ist nichts planetromeo spezifisches sondern im onlinedating weit verbreitet und bei den Sätzen bezüglich Präferenzen sehe ich keinen Rassismus

,,Europäer, Türken, araber willkommen. Asiaten keine Chance“ ist das was man oft liest

naja ist nicht per se Rassismus. Viele mögen asiaten nicht als mann. ich persönlich stehe eher auf Türken und Mitteleuropäer.

Rainbow Cruise mit Conchita

Wo sie auftritt, ist Glamour pur in Regenbogenfarben: Conchita. Die Sängerin und Siegerin des Eurovision Song Contest 2014 heuert nun auf der Rainbow Cruise 2017 an. „Für mich verbindet die Rainbow Cruise Toleranz und Freiheit. Ich freue mich riesig mit dabei zu sein“, so Conchita.

An Bord der sogenannten Rainbow Cruise erwarten euch Partys mit Szene-DJs sowie Auftritte von Künstlern aus den Bereichen Musik, Comedy, Kabarett und Travestie. Mit dabei sind Conchita, der Kult-DJ der 90er-Jahre WestBam, House-DJ Rony Golding, Chansonnier Tim Fischer, die beiden Drag Queens Cybersissy und Babyjane, DJ Hildegard, Comedian Kay Ray, Entertainer Sven Ratzke sowie Travestie-Ikone Elke Winter.

Die Mein Schiff 2 hisst die Regenbogenflagge in Palma de Mallorca. Von dort aus geht die achttägige Kreuzfahrt durchs Mittelmeer mit Stopps in Barcelona/Spanien, La Seyne (Toulon)/Frankreich, Ajaccio/Korsika, Civitaveccia (Rom)/Italien, Salerno/Italien und Valletta/Malta. In der spanischen Metropole Barcelona liegt die Mein Schiff 2 über Nacht. Dort organisiert TUI Cruises dann in Kooperation mit SEXY Party Cologne – renommierter Veranstalter für Gay-Events – eine besondere Partynacht mit DJs, Tänzern und vielem mehr an Bord.

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Die Hamburger Kreuzfahrtreederei TUI Cruises entwickelt immer wieder neue Konzepte, um ihre Passagiere und die, die es noch werden wollen, mit neuen Ideen zu überraschen. „Wir möchten mit der Reise ein Zeichen für Vielfalt setzen“, erklärt Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises. „Wir haben schon heute viele schwule und lesbische Gäste. Die LGBT-Community ist sehr reisefreudig und kreuzfahrtaffin“, so Meier weiter.

Stimmen zur Rainbow Cruise

WestBam (DJ): „Für mich ist die Rainbow Cruise ein Trip ‚Back to the Roots‘ und ‚Forward to the Future“ – ich freue mich auf das Event.“

Tim Fischer (Chansonnier): „Ich finde es ganz großartig, dass es endlich die Rainbow Cruise auf dem deutschen Markt gibt. Das ist ein wirklich tolles Signal für die lesbisch/schwule Community und deren Freunde. Ich freue mich dabei zu sein.“

Rony Golding (DJ): „Nach fast 18 Jahren als DJ in der deutschen und europäischen Gay-Szene freue ich mich besonders, bei der ersten deutschen LGBT-Cruise als DJ mit an Bord zu sein.“

Cybersissy und Babyjane (Drag Queens): „Wir sind bei der Rainbow Cruise dabei, weil wir uns mehr als freuen, dass auch die deutsche LGBT-Community endlich eine eigene Kreuzfahrt bekommt. Wir sind international viel unterwegs und treffen immer wieder Deutsche, die sich nach dieser Art Abenteuer sehnen. Wir werden unser Bestes geben, den Jungs und Mädels die beste Zeit an Bord zu verschaffen und die See zum Kochen zu bringen.“

Thomas Fasshauer (Geschäftsführer SEXY Party Cologne): „Als Veranstalter von Deutschlands führendem Gay-Event SEXY Party Cologne sind wir sehr stolz, bei der ersten deutschen LGBT-Cruise mit an Bord zu sein. Wir sind der Meinung, dass die Zeit reif ist für ein solches Projekt und freuen uns sehr über die tolle Kooperation mit TUI Cruises. Die Rainbow Cruise wird so farbenfroh und schön wie der Regebogen selbst.“