Andreas Gayk

11. Oktober 1893Gaarden bei Kiel; † 1. Oktober 1954Kiel) war ein deutscher PolitikerSPD). Er war nach dem Zweiten Weltkrieg Oberbürgermeister der Stadt Kiel und wirkte am Wiederaufbau der zerstörten Stadt entscheidend mit.

Andreas Gayk

Ex-Butterschiff „Andreas Gayk“ muss losmachen

Das in Eckernförde beheimatete einstige Butterschiff „Andreas Gayk“ muss seinen Liegenplatz und den Hafen der Stadt bis Ende September verlassen. Dafür werden den Eigentümern die noch ausstehen und die bis dahin fälligen Liegeplatzgebühren in Höhe von 22.500 Euro erlassen. Auf diesen Vergleich einigten die Eigner des Schiffs, Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer, mit den Stadtwerken Eckernförde in einem Vergleich vor dem Landgericht Schleswig.

Damit ist das Aus für den ehemaligen „Butterdampfer“ besiegelt, denn die Zukunft des Schiffes ist mehr als ungewiss, das seit 1983 in Eckernförde registriert war und bis 1985 für Butterfahrten zwischen Eckernförde und Sønderborg eingesetzt wurde.

Unter der Baunummer 1280 wurde die „Andreas Gayk“ 1970 auf der Husumer Schiffswerft für die damalige Kieler Verkehrs AG gebaut und zunächst für Butterfahrten von Kiel nach Dänemark eingesetzt. Benannt wurde das Schiff, bei dem es sich um ein Schwesterschiff der „Ostsee“ der Flensburger Förde-Reederei handelt, nach dem ehemaligen Kieler Oberbürgermeister Andreas Gayk (1946 – 1954). Während der Olympischen Sommerspiele 1972 in Kiel diente es als offizielles Regattabegleitschiff.

Ab 1976 wurde das Schiff mehrfach verchartert, bis es 1982 schließlich verkauft und in „Sunshine“ umbenannt wurde. Als „Sunshine“ kam das Schiff 1983 erstmals nach Eckernförde und wurde bis 1985 für Butterfahrten zwischen Eckernförde und Sønderborg eingesetzt. Dann wurde es erneut verkauft und pendelte als „ Rümm Hart I“ als „Butterdampfer“ zwischen Heiligenhafen und Rødby.

Die Rückkehr der „Andreas Gayk“ nach Eckernförde im Dezember 2011 nach dem Ende der Reparaturarbeiten in Arnis. Foto: PetersDanach ging es 1999 noch nach Ueckermünde, von wo es die polnischen Häfen Trzebież (Ziegenort) und Świnoujście (Swinemünde) anlief, bis es Ende April 2004 dann zunächst in Ueckermünde aufgelegt wurde und bereits Oktober desselben Jahres wieder auf der Flensburger Förde eine Verwendung fand. 2005 und 2006 wurde das Schiff zeitweise vom kleinen dänischen Hafen Gråsten aus eingesetzt. Ab Ende März 2006 war es in verschiedenen Häfen aufgelegt und lief dann im Dezember 2011 erneut Eckernförde an.

Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer konnten die Stadt dafür gewinnen, den ehemaligen „Butterdampfer“ als ein fahrendes Museum mit Gastronomiebetrieb in Eckernförde wieder anzusiedeln und wollten es dafür umrüsten. Nach ersten Arbeiten am Schiff in Arnis an der Schlei sollten die abschließenden Reparaturarbeiten in Eckernförde abgeschlossen werden, um die Andreas Gayk wieder fahrtüchtig zu bekommen und neben seiner Gastronomie und Saalwirtschaft mit kulturellen Veranstaltungen auch Fahrten auf die Ostsee anzubieten. Doch auch, als das Schiff erneut glänzte und die Säle authentisch restauriert waren, wurde das Ziel nicht erreicht.

Die Liegeplatzgenehmigung, bis das Schiff wieder fahrtüchtig sein sollte, galt für zunächst zwei Jahre, und sie wurde dann nochmals bis zum 31. August 2014 verlängert, doch für die fälligen und dringend notwendigen Reparaturen fehlte das Geld und konnte auch nicht durch Fremdkapital aufgebracht werden. Mit dem Verlust der Liegeplatzgenehmigung war auch die Schank- und Gaststättenkonzession hinfällig, und die frisch zuvor eingerichtete Gastronomie musste wieder schließen. Ein potenzieller Investor zog sich zurück.

Daraufhin zog Boomgaarden die rechtliche Grundlage des Liegeplatzvertrages mit den Stadtwerken in Zweifel und weigerte sich, die von den Stadtwerken erhobenen Liegegebühren mit der Begründung zu zahlen, dass der Vertrag in Teilen der Schleswig-Holsteinischen Hafenordnung und der Eckernförder Hafenentgeltsatzung widerspreche. So erhoben die Stadtwerke Zahlungsklage und das Verfahren endete mit dem bereits eingangs erwähnten Vergleich.

„Der Richter ließ keinen Zweifel an der Rechtmäßigkeit unseres Vorgehens“, erklärte anschließend der SWE Geschäftsführer Steffens. „In der Hafenentgeldsatzung sind solche Sondernutzungen wie Gastronomieschiffe oder Veranstaltungen wie Fischmarkt gar nicht enthalten. Die haben wir zivilrechtlich vereinbart, was auch so in Ordnung ist.“

Boomgaarden habe jetzt den Vorschlag unterbreitet, das Schiff bis Ende September verkaufen und aus Eckernförde entfernen zu wollen, wenn die Stadtwerke im Gegenzug auf die fälligen Liegeplatzkosten verzichten. Darauf einigten sich beide Parteien schließlich in dem Vergleich. Sollte das Schiff nicht bis Ende September den Hafen verlassen haben, erhalten die Stadtwerke einen vollstreckbaren Titel. Nur hat dieser einen entscheidenden Haken, denn damit könnten die Stadtwerke zwar veranlassen, das Schiff abschleppen zu lassen – nur wohin? Wohl kaum ein Hafenbetreiber möchte ein fahruntüchtiges Schiff in seinem Hafen aufnehmen.

Die „Feodora II“ hat Eckernförde den Rücken gekehrt. Foto: KühlDamit ist die Vision, bald wieder ein Fahrgastschiff von Eckernförde aus zu betreiben, in weite Ferne gerückt. Denn inzwischen hat auch Kapitän Alexander Klein bestätigt, dass er in diesem Jahr im Gegensatz zu den vergangenen beiden Saisons keine Fahrten mehr mit seiner „Feodora II“ von Eckernförde aus anbieten wird. Er kritisiert die herrschenden Rahmenbedingungen. Der Liegeplatz sei nur schwer einsehbar und die Hafengebühren zu hoch gewesen. Zudem ist das Verhältnis unter den Hafennutzern nicht das Beste gewesen. „Es wäre mir wichtig gewesen, dass die Stadtwerke mal alle an einen Tisch holt und auf einen Konsens hinwirkt, um im Hafen Frieden und das bestmögliche touristische Angebot anzubieten.

Fördefahrten – für bis zu 12 Personen – bietet dann nur noch der Zweimaster „Tu solo Tu“ von Andreas Twesten an.

Werdegang[Bearbeiten]

Andreas Gayk wuchs in der Kieler Arbeiterbewegung auf. Häufig heißt es, er sei im Dorf Gaarden geboren. Nach Recherchen des Kieler Stadtarchivs vom August 2015 wohnte die Familie 1893 jedoch in der Annenstraße 7a in Kiel und zog erst ca. 1901 nach Gaarden, um die Zeit, als das Dorf in das Kieler Stadtgebiet eingemeindet wurde. Er machte eine praktische Ausbildung als Journalist und war früh bei der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung tätig.

Schon in der Weimarer Republik wurde er 1927 für die SPD zum Stadtverordneten gewählt. Er war auch führend beteiligt an der Idee und Organisation der Kinderrepublik Seekamp1927 auf dem Gelände der städtischen Domäne Seekamp in Schilksee stattfand. [2]

Während der NS-Herrschaft war er in Widerstandsgruppen aktiv und zog, um Nachstellungen der Kieler Gestapo zu entgehen, mit seiner Familie in das anonymere Berlin. Anfang 1945 konnte er nach Schleswig-Holstein zurückkehren und entging so dem Endkampf um die Hauptstadt, wo er als Hilfspolizist dienstverpflichtet war. Seine beiden Söhne starben als Soldaten im Krieg. [3]

Von 1945 bis 1950 gehörte Andreas Gayk erneut der Kieler Ratsversammlung an, vom 26. Februar 1946 bis zu seinem Tod auch dem – zunächst ernannten – schleswig-holsteinischen Landtag. Außerdem vertrat er die SPD im Parlamentarischen Rat und gehört somit zu den „Vätern“ des Grundgesetzes. Eine Bundestagskandidatur oder ein Amt auf der Bundesebene seiner Partei – er war 1952 nach dem Tod von von Kurt Schumacher als stellvertretender Parteivorsitzender im Gespräch – lehnte er jedoch ab. Er verstand sich nach eigenem Bekunden vor allem als Kommunalpolitiker.

Werdegang

Der Monat Oktober spielte im Leben von Andreas Gayk eine besondere Rolle: Am 11. Oktober 18931. Oktober 1954 starb er. Auch seine Frau Frieda kam in diesem Monat zur Welt, am 25. Oktober 1894. Am 18. Oktober 1946 wurde er von der ersten gewählten Ratsversammlung nach dem Krieg zum (damals noch ehrenamtlichen) Oberbürgermeister gewählt, im Oktober 1948 nach Neuwahlen wiedergewählt. Am 10. Oktober 1950 endete seine Amtszeit als SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag.

Andreas Gayk war der Sohn des Werfttischlers und SPD-Mitglieds Julius Gayk und seiner Frau Lucia Katharina Sophia, geb. Wollesen. Er wuchs in Kiel auf, bis die Familie ca. 1901 nach Gaarden [2] zog. Er gehörte keiner Kirche an, trat 1911 in die SPD ein[3]. Eine kaufmännische Lehre beim Konsum brach er ab, weil sie ihm nicht lag. Er ging nach Lüdenscheid und erlernte bei der dortigen SPD-Zeitung den Beruf des Journalisten. Im 1. Weltkrieg musste er als gut 20-Jähriger praktisch die Rolle des Chefredakteurs ausfüllen, weil die übrige Redaktion zum Kriegsdienst eingezogen war.[4] Später war er selbst als Soldat an Fronten in Galizien und Frankreich eingesetzt.[5]

Kommunalpolitik

Vom 17. November 1929[42] bis Juni 1933 gehörte Andreas Gayk der Kieler Stadtverordnetenversammlung an. In der schon von den Nazis dominierten Kommunalwahl vom 12. März 1933 wurde er als einer von 20 SPD-Stadtverordneten wiedergewählt[43], im Mai auch noch vereidigt, taucht aber im Juni als Mitglied nicht mehr auf.

1945 kehrte er nach Kiel zurück und nahm Kontakt zum Stubenzirkel von Albert Witte auf. Der erinnert sich:

Zunächst wurde jedoch der österreichische Sozialdemokrat Otto Tschadek1945 bis Februar 1946Max Emcke berief Andreas Gayk in die städtische Kommission für den Wiederaufbau, die Kämmereikommission und die Grundstückskommission; die erste Sitzung fand am 11. Oktober 1945 (seinem 52. Geburtstag) statt. Damit war Gayk wieder in der Kommunalpolitik aktiv. Er gehörte den ersten – noch von den britischen Besatzungsbehörden ernannten -, dann auch der ersten gewählten Kieler Stadtverordnetenvertretung an. Vom 16. Februar bis 18. Oktober 1946 war er Kiels Bürgermeister, dann ehrenamtlicher Oberbürgermeister bis zum 20. April 1950. An diesem Tag wurde er zum hauptamtlichen Oberbürgermeister gewählt.

Landespolitik

Von 1946 bis 1954 war Andreas Gayk Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages, zunächst in den beiden ernannten Landtagen, dann als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis 18 (Kiel IV (Ost), später 21 (Kiel-Ost)). Am 12. September 1954 wurde er wieder direkt im Wahlkreis 28 (Kiel-Ost) gewählt, konnte das Mandat wegen seiner fortgeschrittenen Krebserkrankung jedoch nicht mehr antreten.

1948 wählte der Landtag ihn in den Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erarbeitete; er gehörte auch hier dem Fraktionsvorstand an.

Während seiner Zeit als MdL war er von Beginn an Fraktionsvorsitzender, führte den Vorsitz im Landesplanungsausschuss und gehörte den Ausschüssen für Wirtschaft und Verkehr und für Sonderverwaltungen an, später den Ausschüssen für Aufbau, für Verwaltung und Geschäftsordnung, für die Wahrung der Rechte der Volksvertretung, dem Polizei- und dem Finanzausschuss. Die gesamte Zeit war er auch Mitglied im Ältestenrat des Parlaments. Einer seiner Nachfolger bescheinigt ihm „Prinzipientreue, Taktik und Härte“ [56].

Albert SchulzLeitender Bezirkssekretär und stellvertretender Vorsitzender mit ihm zusammenarbeitete, urteilt:

Auch im Landtag trat Andreas Gayk für Versöhnung und Völkerverständigung ein. Auf der Eröffnungssitzung des ersten gewählten Landtages, am 8. Mai 1947Kinder von Lidice“, die 20 überlebenden Waisen des deutschen Massakers von 1942. Dies sollte zeigen, dass „es noch ein anderes Deutschland gibt, ein Deutschland, das sich schaudernd von dieser Vergangenheit abwendet und das bereit ist, Schulter an Schulter mit allen friedliebenden Nationen Europas eine bessere Welt wieder aufzubauen […].“ [58]

Ehrungen

Laut einem Eintrag im 1954 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland; ein Datum ist nicht genannt.

Am 21. Oktober 1954 beschloss die Kieler Ratsversammlung, die Neue Straße in Kiel in Andreas-Gayk-Straße umzubenennen.

Im Juni 1955 wurde ihm posthum den Kulturpreis der Stadt Kiel zuerkannt.

Am 5. November 1955 verlieh der Allgemeine Kieler Kommunalverein ihm posthum das erste Exemplar der für besondere Leistungen um die Stadt geschaffenen Goldmedaille.

Vor 1968 schuf der Bildhauer Zoltan Szekessy im Auftrag der Stadt eine Bronzebüste von Andreas Gayk, die vor dem OB-Amtszimmer im Kieler Rathaus aufgestellt ist (vgl. Bild rechts).

1970 kaufte die Kieler Verkehrs-AG ein Ausflugsschiff, vor allem für „Butterfahrten“ nach Dänemark, das sie nach Andreas Gayk benannte. Es wurde 1982 wieder verkauft.

Seit 1971 vergibt die Stadt Kiel für besondere kommunalpolitische oder bürgerschaftliche Leistungen die Andreas-Gayk-Medaille.

Stimmen

Gert Börnsen, einer seiner Nachfolger im Amt des Oppositionsführers im Kieler Landtag, schrieb zum 100. Geburtstag über Andreas Gayk:

Auch der Journalist Gerhard E. Gründler, der seine Karriere bei der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung begann, erinnerte sich an ihn:

Günther Bantzer1965-1980, erzählt bei „Lass mal schnacken, dass Andreas Gayk für ihn schon als Student in Marburg ein Begriff war – er sei unter Studierenden damals bekannt und beliebt gewesen: „Andreas Gayk war unser Vorbild!“

Der Künstler: Gottfried Brockmann

Gottfried Brockmann, geboren 19. November 1903 in Köln, gestorben 9. Juli 1983 in Kiel. Aufgewachsen in einem konservativ-bürgerlichen Umfeld mit handwerklichen, künstlerischen und historischen Anregungen, Zeichenunterricht beim Vater. Ab 1917 Kontakte zur Kölner Kunstszene, vor allem zur Neukölnischen Malerschule. Auf Verlangen des Vaters 1920-1922 Berufsausbildung (Lehren in Architektur und Dekorationsmalerei). 1923 führten Brockmanns zunehmend linkssozialistische, anarchistische und pazifistische Einstellungen zur Trennung vom Elternhaus. 1926-1932 Studium der Freien und Angewandten Grafik an der Kunstakademie Düsseldorf, 1928 Meisterschüler bei Heinrich Campendonk und AStA-Vorsitzender der Akademie. 1932 Heirat mit Marianne Reunert und Eintritt in die KPD. Eine Festanstellung an der Akademie wurde 1933 durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten vereitelt. Bedroht wegen seines offenen Widerstands gegen sie, zogen Brockmanns noch im selben Jahr nach Berlin zu den Schwiegereltern, wo sie von kunsthandwerklichen Arbeiten lebten. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft war Brockmann zunächst in Süddeutschland tätig, leitete unter anderem eine Buchdruckerei und gab privaten Kunstunterricht. 1952 wurde er durch Vermittlung von Andreas Gayk, den er in Berlin kennen gelernt hatte, Kulturreferent in Kiel, ab 1955 Lehrer und zeitweilig Leiter der Muthesius-Werkschule für Handwerk und angewandte Kunst, zunächst für Naturstudien und Malen, später als Leiter der Freien und Angewandten Kunst. 1975 Ernennung zum Professor. Gottfried Brockmann zählt zu den renommiertesten Künstlern des Landes. Seine Sujets waren Interieurs, Stillleben und Porträts. Die Stadtgalerie Kiel würdigte ihn 1995/96 mit einer großen Ausstellung; die Landeshauptstadt Kiel zeichnet alle zwei Jahre junge Künstler mit einem nach Gottfried Brockmann benannten Preis aus.

Weiterführende Literatur

Literatur zu Oberbürgermeister Gayk finden Sie auf der Biografie-Seite. 

Feddersen, Berend Harke: Schleswig-Holsteinisches Künstler-Lexikon (Niebüll 2005) Nievers, Knut / Thiele, Gernot (Hrsg.): Gottfried Brockmann – Bild und Überzeitlichkeit. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung (Ostfildern-Ruit 1995) Tillmann, Doris / Rosenplänter, Johannes (Hrsg.): Kiel-Lexikon (Neumünster 2011), Seite 48

Leben

Andreas Gayk wurde in Gaarden geboren, das erst 1901 in das Kieler Stadtgebiet eingemeindet wurde. Sein Vater arbeitete als Tischler auf einer Werft. Nach dem Besuch der Volksschule begann Gayk zunächst eine kaufmännische Lehre, die er jedoch abbrach, um als LüdenscheidErsten Weltkrieg kehrte er nach Kiel zurück. Hier war er 1919 Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates, und er trat in die Redaktion der Volks-Zeitung ein, deren Lokalredakteur er ab 1926 war.

1927 organisierte Gayk auf dem städtischen Gelände Gut SeekampKinderrepublik, an der ca. 2.000 Kinder teilnahmen. Die Idee war von der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunderote Kinderrepublik erschien 1929.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Volks-Zeitung verboten und Gayk kurzzeitig inhaftiert. Einer weiteren Verfolgung entging er durch einen Wohnungswechsel von Kiel nach Berlin. Hier arbeitete er als Schriftleiter im Verlag Dr. A. Ristow, der von Juni 1933 bis August 1935 die regimekritische Wochenzeitschrift Blick in die Zeit herausgeben konnte. Die Geschäftsleitung hatte Kurt Exner übernommen. Die Zeitschrift wurde 1935 ebenfalls verboten.

Im Jahr 1936 übernahm Gayk als freier Mitarbeiter von Otto Suhr wissenschaftliche Recherchen, die Suhr für seine Artikel in der Frankfurter ZeitungDeutscher Volkswirt[1] Im Januar 1937 begannen Gayks Tätigkeiten in der pharmazeutischen Industrie, und zwar ab dem 1. April 1939 als pharmazeutischer Vertreter für die Chemischen Werke Albert-Wiesbaden-Biebrich. Am 26. Juli 1943 wurde Gayk zur Berliner Hilfspolizei eingezogen.

1946 übernahm Gayk in Kiel die Chefredaktion der wiederbegründeten Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung.

Das Ehepaar Andreas und Frieda Gayk – dessen zwei Söhne im Zweiten WeltkrieggenossenschaftseigenemSchrevenpark (Virchowstraße 2/1. Etage rechts). Im Jahr 1954 bezogen sie eine Wohnung in der Eichendorffstraße.

Partei

Seit 1911 war Andreas Gayk Mitglied der SPD, und er zählte zu den Wiederbegründern der Parteiorganisation nach der Kapitulation8. Mai 1945. Zur Vorbereitung der ersten Bezirkskonferenz hatte sich im Sommer 1945 in Kiel eine Organisationsgruppe konstituiert, der neben Andreas Gayk auch Karl RatzHeinrich Fischer und Wilhelm Kuklinski angehörten. Entgegen einem Verbot der britischen Militärregierung wurde am 27. und 28. Oktober 1945 in Kiel eine erste Bezirkskonferenz abgehalten. [2]

Auf dem 1. Bezirks- (heute Landes-) parteitag der SPD Schleswig-Holstein am 10. März 1946 in Neumünster wurde Gayk zum 3. Vorsitzenden der Bezirksorganisation gewählt. Seit dem 2. Bezirksparteitag, der am 7. Juni 1947 in Bad Segeberg stattfand, gehörte Gayk dem erweitertem Bezirksvorstand an, und im Mai 1948 wurde er zum Vorsitzenden der Bezirksorganisation gewählt. In dieser Eigenschaft erlebte er im Juli 1954 auf dem Bezirksparteitag den Zusammenschluss mit der 1946 abgespalteten Sozialdemokratischen Partei Flensburg (SPF).

Am 11. Mai 1946 wählten die Delegierten des Parteitages in BeisitzerNürnberger Parteitag (29. Juni bis 2. Juli 1947). Vorstandsmitglied blieb er bis zu seinem Tod. Auf dem Düsseldorfer Parteitag (11.-14. September 1948) verlas Gayk für den erkrankten Kurt Schumacher dessen programmatische Rede. Manche Delegierte erblickten in ihm den sogenannten Kronprinzen der Partei. Nach dem Tod von Schumacher im Jahr 1952 wiederholten sich die Spekulationen über eine Wahl Gayks zum Parteivorsitzenden. [3]

Abgeordneter

Von 1945 bis 1950 gehörte Gayk der Kieler Ratsversammlung an. Stadtverordneter war er schon vor dem Zweiten Weltkrieg seit 1927 gewesen.

Vom 26. Februar 1946 bis zum 9. April 1947 gehörte er dem Ernannten Landtag in beiden Ernennungsperioden an. Am 20. April 1947 erfolgte seine Wahl in den schleswig-holsteinischen Landtag. Die SPD hatte bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 1947 dank des Wahlrechtes mit 43 Sitzen die absolute Mehrheit erhalten, so dass Hermann Lüdemann (SPD) zum Ministerpräsidenten gewählt werden konnte. Von 1947 bis 1950 stellte die SPD die Landesregierung. Vom 26. Februar bis zum 11. November 1946 war Gayk Vorsitzender des Landtagsausschusses für Landesplanung und vom 11. April 1946 bis zum 10. Oktober 1950 Vorsitzender der SPD-Fraktion. Gayk war stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Kiel-Ost in den Landtag eingezogen.

Andreas Gayk war Mitglied des Parlamentarischen Rates, der in Bonn seit dem 1. September 1948 das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland – bestehend aus den drei Westzonen – ausarbeiten sollte. Gayk gehörte dem Fraktionsvorstand an, zu dessen Vorsitzender die SPD-Fraktion Carlo Schmid[4]

Öffentliche Ämter

Am 11. März 1946 wählte die von der Britischen Besatzungsmacht ernannte Ratsversammlung den Zeitungsherausgeber Willi Koch zum Oberbürgermeister und Andreas Gayk zum Bürgermeister, der in dieser Eigenschaft das Amt für Stadtplanung und Wiederaufbau übernahm.

Am 13. Oktober 1946 wurde – erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg – die Ratsversammlung frei gewählt. In ihrer ersten Sitzung am 18. Oktober 1946 wählte sie Gayk zum Oberbürgermeister von Kiel. Zu dieser Zeit hatte die von der Besatzungsmacht verfügte Kommunalordnung noch Gültigkeit: Der Oberbürgermeister war politischer Repräsentant und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, wogegen ein Oberstadtdirektor die Verwaltung leitete. Zum Leiter des Presseamtes ernannte Gayk den Journalisten Friedrich Wendel.

Nachdem der schleswig-holsteinische Landtag die Kommunalordnung revidiert hatte, kam es am 24. Oktober 1948 zu Neuwahlen in den Kreisen und Städten. Die neue Kieler Ratsversammlung wählte wiederum Andreas Gayk zum Oberbürgermeister. Eine nochmalige Revision der Kommunalordnung führte schließlich die Magistratsverfassung ein, so dass die Ratsversammlung Andreas Gayk am 20. Mai 1950 zum Oberbürgermeister mit einer Amtszeit von neun Jahren wählte.

In diesem Amt brachte Gayk es in der durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieg besonders schwer getroffenen Landeshauptstadt zu großem Ansehen. Er setzte sich vehement gegen die von der Britischen Besatzungsmacht geplante Demontage von Industrienanlagen ein. Unter dem Schlagwort erneut ins Leben gerufen.

Ehrungen

Gayk wurde 1954 mit dem Großen Verdienstkreuz des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet. In Kiel ist die geheißen.

Weblinks

Heinrich Mölling (1867–1888) | Paul Fuß (1888–1912) | Paul Lindemann (1912–1920) | Emil Lueken (1920–1933) | Walter Behrens (1933–1945) | Max Emcke (1945–1946) | Otto Tschadek (1946) | Willi Koch (1946) | Andreas Gayk (1946–1954) | Hans Müthling (1954–1965) | Günther Bantzer (1965–1980) | Karl Heinz Luckhardt (1980–1992) | Otto Kelling (1992–1996) | Karl-Heinz Zimmer (1996–1997) | Norbert Gansel (1997–2003) | Angelika Volquartz (2003–2009) | Torsten Albig (seit 2009)

Sozialismus – Sehnsucht und Ziel aller Schaffenden! Ein offenes Wort an die W�hler von Andreas Gayk, B�rgermeister in Kiel. Vortrag gehalten am 3. Aug. 1946 in Eutin auf dem Bezirksparteitag der SPD, Bezirk Schleswig-Holstein. Hrsg. von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Bezirk Schleswig-Holstein.

20 S. Papier qualit�tsbedingt nachgedunkelt. Handschriftlicher Jahresvermerk auf dem vorderen Einbanddeckel. Guter Zustand. Beiliegend ein Zeitungsartikel zum Thema. Versand in aller Regel innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer beiliegend. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 30 8� (=18,5-22,5cm), Softcover/Paperback (geheftet). Gut. Artikel-Nr.: 3040195.

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Die rote Kinderrepublik. Ein Buch von Arbeiterkindern f�r Arbeiterkinder. Aus Briefen, Tagebuchbl�ttern und Hordenaufzeichnungen zusammengestellt u. erg�nzt von Andreas Gayk. Bildschmuck u. Photomontage von Niels Brodersen u. Richard Grune. Hrsg. von der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde.

Berlin, Arbeiterjugend-Verlag, (1928). 72. S. Mit zahlr. s/w. Illustr. 4to (ca. 29 x 23 cm). OHLn. Erste Ausgabe (Doderer, Lex. KJL III, S. 417 (mit Abb.): zeigt“ ansatzweise den Stolz des Arbeiterkindes., zu den ‚Roten Falken‘ zu geh�ren u. Teil eines gr��eren politischen Kampfes zu sein“; Bilderwelt 1867 (f�r die 2. Aufl.): „Fotomontagen als Mittel der politischen Propaganda u. eine am Bauhaus geschulte Typographie schaffen einen neuen Kinderbuchtyp“). – Der Sozialdemokrat A. Gayk (1893-1954), nach dem 2. Weltkrieg Oberb�rgermeister von Kiel, organisierte 1927 auf Gut Seekamp am Westufer der Kieler F�rde eine Kinderrepublik, an der ca. 2000 Kinder teilnahmen. – Gering besto�en u. etwas stockfleckig. Artikel-Nr.: 64853.

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Die rote Kinderrepublik. Ein Buch von Arbeiterkindern f�r Arbeiterkinder. Aus Briefen, Tagebuchbl�ttern und Hordenaufzeichnungen zusammengestellt und erg�nzt von Andreas Gayk, Kiel. Bildschmuck und Photomontage von Niels Brodersen und Richard Grune, Kiel. Herausgegeben von der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde.

2. Auflage. 7.-16. Tausend. Ca. 29 x 23 cm. 72 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen und Photomontagen. Farbig illustrierter Original-Halbleinenband. Bilderwelt/Schug 1867; Wegehaupt, Arbeiterklasse 773. „Fotomontagen als Mittel der politischen Propaganda und eine am Bauhaus geschulte Typographie schaffen einen neuen Kinderbuchtyp“ (Schug). Ecken besto�en, Kanten berieben, Tintenfleck auf Vorderdeckel, Stempel auf Vorsatz, Signaturnummer auf Vorsatz und Titelblatt. Artikel-Nr.: 14522A.

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Berlin, Arbeiterjugend-Verlag, ohne Jahr (1928)., 1928

Ca. 29 x 23 cm. 72 Seiten, mit zahlreichen Illustrationen und Photomontagen. Farbig illustrierter Original-Halbleinenband. Erste Ausgabe. Bilderwelt/Schug 1867 (2. Auflage); Wegehaupt, Arbeiterklasse 773. „Fotomontagen als Mittel der politischen Propaganda und eine am Bauhaus geschulte Typographie schaffen einen neuen Kinderbuchtyp“ (Schug). Ecken besto�en, Kanten berieben, unteres Kapital besto�en und am vorderen Gelenk hinterlegt, Innengelenke angebrochen. Artikel-Nr.: 14531A.

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Die Rote Kinderrepublik: Ein Buch von Arbeiterkindern f�r Arbeiterkinder (The Red Children Republic: A Book by and for Children of Workers

Hardcover. Quarto. 72pp. Yellow quarter cloth over pictorial paper-covered boards with photomontage. Yellow endpapers. Photographic title page with text printed in red and black. A book by and for children of workers, amended from letters, records of „children hordes“ by Andreas Gayk, Kiel. Profusely illustrated with b/w photomontages and drawings by Niels Brodersen. Fascinating antiwar propaganda book in „Bauhaus typography“ style. Text in German. Light wear along edges of binding with light sunning at top of back cover. Front cover with some foxing. Number and previous owner’s name inked to inside front cover, name inked to title page. Binding in good, interior in overall very good +condition. Second edition. 7.-16. Tausend. g to vg+. Artikel-Nr.: 48216.

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Andreas Gayk, Richard Grune. Arbeiterkinder erobern die Welt. 1931.

Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Berlin. 1931. First edition, first printing. J�rgen Holstein, Blickfang: Bucheinb�nde und Schutzumschl�ge Berliner Verlage 1919-1933, page 192. Softcover with photomontage and red letters by Richard Grune (as issued). 160 x 230 mm. 49 pages. Photos and photomontages by Richard Grune. Text: Andreas Gayk. Text in german. Condition: Cover complete and fine. Inside and outside lightly used, first and last page lightly foxed, neat white tape (nearly impossible to see) at the top of the rear side of the rear cover. Overall fine condition! Extrem scarce! Collector`s copy!***************Herausgeber und Verlag: Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Berlin. 1931. Deutsche Erstausgabe. Originalausgabe. J�rgen Holstein, Blickfang: Bucheinb�nde und Schutzumschl�ge Berliner Verlage 1919-1933, Seite 192. Softcover �ber Vorder- und R�ckseite mit Photomontage einer Ferienlager-Zeltstadt und schr�g montierter, roter Schrift von Richard Grune. 160 x 230 mm. 49 Seiten. Buchgestaltung und Fotomontage: Richard Grune. Schriftleitung: Andreas Gayk. Text in deutscher Sprache. Zustand: Cover vollst�ndig und gut erhalten. Innen wie aussen etwas gebrauchsspurig, erste und letzte Seite ganz leicht stockig, winzig und unauff�llig getapt am oberen Rand der R�ckseite des hinteren Einbandes. Keine Besitzvermerke. Ingesamt sehr guter Zustand! Extrem selten! Sammler-St�ck! `“�ber die Kinderrepubliken der Roten Falken n M�nster, Ermelunden, an der L�becker Bucht und anderswo im Jahr 1930. Aufbau des Umschlagphotos inspiriert von Fritz Langs Massenszenen im Film Metropolis.“ (J�rgen Holstein) Mit zahlreichen teils montierten fotografischen Abbildungen. Aus dem Inhalt: Die Welteroberer; Nestfalkenlager Munster; Kinderrepublik Namedy; Kinderrepublik Schweiz; Kinderrepublik K�rnten; Kinderrepublik Ermelunden; Kinderrepublik L�becker Bucht. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 1600. Wie neu. Artikel-Nr.: 27404.

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Lage

Das Andreas-Gayk-Haus ist zentral in Kiel Mitte gelegen. Ärzte, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten sind unmittelbar in der näheren Umgebung leicht zu erreichen. Es besteht eine direkte Anbindung an den innerstädtischen Busverkehr. Zum Haus gehört eine großzügige Grünanlage.

Dienstleistung

Das Seniorenheim im Andreas-Gayk-Haus hat 64 Ein-Personen-Appartements und 6 große Appartements. Die Duschbäder sind barrierearm gestaltet. Die Bewohner richten das Appartement mit eigenen Möbeln ein. Auf jeder Etage befinden sich ein Aufenthaltsraum, eine Teeküche, ein Balkon und ein Abstellraum. Die Betreuungskräfte sorgen für gesellige Treffen und achten rund um die Uhr auf das Wohlbefinden der Bewohner.

Der hübsche möblierte Speisesaal steht für die Mahlzeiten und die regelmäßigen Feiern zur Verfügung.

Im Seniorenheim mieten Sie ein Appartement und möblieren dieses selbst. Sie erhalten eine wöchentliche Appartementreinigung, alle Mahlzeiten incl. Zwischenmahlzeiten sowie freie Getränke. Eine Betreuungskraft ist rund um die Uhr im Haus Ihr Ansprechpartner. Sie können zahlreiche gesellige, kulturelle oder gesundheitsfördernde Veranstaltungen besuchen. Pflege und andere Hilfestellungen können zusätzlich gebucht werden. Ein Stützpunkt des Kieler Stadtkloster Pflegedienstes ist im Haus. Es ist ein Probewohnen möglich.

Das vollstationäre Pflegeheim erstreckt sich über 3 Etagen und bietet 33 Menschen ein eigenes Pflegeappartement. Auch hier besteht die Möglichkeit, mit eigenem Mobiliar ein eigenes Zuhause mit persönlicher Atmosphäre zu gestalten.

Die Mahlzeiten können im Gemeinschaftsraum in Gesellschaft eingenommen werden.

Im Pflegeheim (vollstationäre Pflege) werden die Bewohner umfassend und individuell gepflegt, betreut und versorgt.

Sie erhalten qualifizierte aktivierende Grund- und Behandlungspflege, die Organisation verordneter therapeutischer Behandlungen, soziale Betreuung und Beratung, alle Mahlzeiten und Getränke, tägliche Reinigung des Zimmers, Reinigung der Wäsche. Es werden hier auch Kurzzeit- und Verhinderungspflege angeboten.

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Quartaner forsten auf .. einigen Tagen wird in Kiel auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Andreas Gayk die Bepflanzung der geräumten Trümmerflächen mit Mischwald, Erlen, Ulmen, Akazien, und Weiden durchgeführt. Auch die Schulkinder zwischen 12 und 15 Jahren müssen bei diesen Aufforstungsarbeiten täglich 4 Stunden helfen, um die Anpflanzung recht schnell zum Abschluss zu bringen. Unser Bild zeigt Quartaner der Hebbel-Schule in Kiel beim Pflanzen der jungen Bäumchen.

For several days in Kiel, at the request of the Mayor Andreas Gayk, planting the cleared rubble areas with mixed trees including alder, elm, acacia, and willow. Even school children between 12 and 15 years must help every day in this reforestation work. The picture shows youth from the Quartaner Hebbel school in Kiel during the planting of saplings.

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Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Seine bleibende Leistung vollbrachte Andreas Gayk als Kieler Oberbürgermeister der Nachkriegszeit. Unter dem Schlagwort .

Er riskierte Konflikte mit der britischen Militärverwaltung und führte die Proteste gegen deren Sprengungs- und Demontagepolitik an; für den Satz „Vorher hatten wir die Braunen, und nun haben wir die englische Krankheit!“ erhielt er von den Briten Redeverbot, das erst kurz vor einer wichtigen Wahlkundgebung aufgehoben wurde. [4] Gegen die Demontage der Holmag-Werke in Friedrichsort wehrte er sich mit der Drohung „Und wenn hier die Hallen gesprengt werden sollen, dann mit mir.“[5] Die Drohung blieb erfolglos, aber solche Aktionen und Äußerungen begründeten seinen legendären Ruf bei der Kieler Bevölkerung.

Er arbeitete daran, Kiel mit der Ansiedlung von Friedensindustrien eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Bei den Besatzungsbehörden erreichte er, dass ziviler Schiffbau in beschränktem Umfang wieder erlaubt wurde, und er förderte die Seefischerei. Nach und nach siedelten sich Betriebe für Fischverarbeitung, Maschinenbau, Fein- und Elektromechanik sowie Textilherstellung an, die Arbeitslosigkeit in Kiel ging zurück.

Auf Andreas Gayks Initiative hin wurde auch die Kieler Woche erneut ins Leben gerufen. Sie fand 1946 und 1947 ausschließlich für Mitglieder der Besatzungsmächte statt; die Stadtverwaltung organisierte in diesen Jahren die „Septemberwoche – Kiel im Aufbau“, eine Kulturwoche, in deren Zentrum Frieden, Humanität und Völkerverständigung „über alle Grenzen der Nationen und Parteien hinweg“ standen. Ab 1948 wurden die beiden Veranstaltungen auf einem Sommertermin zusammengelegt; der von Gayk formulierte Anspruch besteht bis heute.

Nicht zuletzt war es Andreas Gayk, der aufgrund der Begegnung mit einem britischen Besatzungsoffizier, der aus dem von deutschen Bombern zerstörten Coventry stammte, sich aber weit über seine dienstlichen Pflichten hinaus für den Wiederaufbau Kiels einsetzte, Kontakte nach Coventry suchte. Sie wurden erwidert und führten am 2. April 1947Gesellschaft der Freunde Coventrys. [6] Der Verein bestand nicht lange; aber aus dieser Initiative, die von allen Bereichen der Gesellschaft – Stadtverwaltung, Universität, Schulen, Parteien, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kirche und Jugendverbänden – getragen und von der Landesregierung unterstützt wurde, erwuchs später eine bis heute andauernde Partnerschaft der beiden Städte.

Testament[Bearbeiten]

In seinem Testament verfügte Andreas Gayk die Schaffung eines Wandreliefs im Hauptkorridor des Rathauses als bleibende Erinnerung an die Aufbauleistung der Kieler Bevölkerung nach 1945. Das achtteilige Kunstwerk aus Sandstein wurde von den Künstlern Alwin Blaue und Fritz During geschaffen und zur Kieler Woche 1957 eingeweiht. Die acht Felder tragen die Titel „Lebensangst“, „Bombenopfer“, „Trümmerräumung“, „Trümmerbegrünung“, „Schiffbau“, „Der schaffende Mensch“, „Kieler Woche“ und „Jugend“. [7]

Er schrieb außerdem ein politisches Testament, in dem er die Grundlagen seines politischen Engagements zu fassen versuchte. Dort stehen die zeitlosen Sätze:

Gayks politisches Testament ist seit einigen Jahren gegenüber dem Wandrelief im Hauptkorridor des Rathauses ausgestellt.

Weimarer Republik

In der Novemberrevolution wurde Andreas Gayk in den Soldatenrat seines Regiments gewählt. 1919 gehörte er, in seine Geburtsstadt zurückgekehrt, dem Kieler Arbeiter- und Soldatenrat an. Von jetzt an begann er im Sozialdemokratischen Verein Groß-Kiel eine größere Rolle zu spielen.

Am 17. März 1921 heirateten Andreas Gayk und Frieda Brennecke (* 25. Oktober 1894 in Kiel). Frieda war wie er in der Kinderfreundebewegung aktiv und unterstützte ihn in seiner politischen Arbeit – „mit dem Verständnis einer an der großen Sache innerlich beteiligten Frau“, wie es mit dem zeitüblichen Pathos in ihrem Nachruf hieß. [6] Bei der Heirat war der ältere Sohn Karl (* 3. Juli 1917 in Bonn), ein Kriegskind, bereits fast vier Jahre alt. Am 23. März 1922 wurde der jüngere Sohn Walter geboren.[7]

Seit seiner Rückkehr nach Kiel arbeitete Andreas Gayk als Journalist bei der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung1926 bis zu ihrem Verbot durch die Nazis 1933[8] leitete er die Lokalredaktion. „Sein Journalismus bewegte sich im Spannungsfeld von Polemik und propagandistischem Pathos. Er war ein Polemiker von hohen Graden und im besten Sinne des Wortes.“[9]

Zusammen mit den Kinderfreunden, die er mit begründet hatte und deren Leiter in Schleswig-Holstein er war, entwickelte er die Idee der Kinderrepubliken und organisierte im Sommer 1927 in Kiel die erste und größte von ihnen, die Kinderrepublik Seekamp.

NS-Herrschaft

Seit der Kommunalwahl 192912. März 1933 wiedergewählt, aber wie alle Linken von den Nazis an der Ausübung des Mandats gehindert. Er wurde vorübergehend verhaftet [10], kam aber wieder frei und wurde danach steckbrieflich gesucht.[11]

Im Mai oder Juni 1933 zog Andreas Gayk nach Berlin, um sich der Verfolgung durch die Nazis in Kiel zu entziehen. Am 25. März 1934[12] Bis zum Verbot 1935 leitete er dort als heimlicher Chefredakteur das subversive Magazin Blick in die Zeit. Danach wurde er von einem pharmazeutischen Betrieb, der viele politisch Verfolgte beschäftigte, als Ärztebesucher eingestellt. In dieser Funktion bahnte er bei Ärzten und Krankenhäusern Erprobungen von neu zugelassenen Medikamenten an, sammelte gleichzeitig für eine Widerstandszelle Informationen über Ärzte. Mitte 1943[13] Die Gayks hatten in diesen Jahren nicht nur den Verlust des Lebensmittelpunktes Kiel sowie den ihrer Berliner Wohnung durch einen Bombenangriff zu verkraften; beide Söhne starben im 2. Weltkrieg als Soldaten, wohl beide im Russlandfeldzug. Karl wurde als Obergefreiter am 5. Januar 1942 nach Kämpfen im Raum Smolensk als vermisst gemeldet und nie gefunden.[14] Walter starb irgendwann Anfang 1943.[15]

Frieda Gayk litt seit dem Verlust der Söhne an Diabetes.

Sie kam aus gesundheitlichen Gründen im Frühjahr 1945 nach Garding auf Eiderstedt, wo sie bei Friedrich Wilhelmsen[17] , einem Freund der Gayks[18], der bei der VZ Feuilletonredakteur gewesen war.[19] Ihr Mann wurde von der Hilfspolizei beurlaubt, um sie zu besuchen.[20] Lapidar berichtet er später:

Neubeginn

So entkamen Gayks dem Endkampf um Berlin. Zunächst blieben sie in Garding, da sie keine Zuzugsgenehmigung für das zerstörte Kiel erhielten. [22] Im Juli gab es wieder erste Kontakte zu Kieler Sozialdemokraten; zu seinem ersten Besuch in Kiel kam Andreas Gayk mit dem Fahrrad aus Garding.[23] Im August kehrte das Ehepaar, wie Andreas Gayk schrieb, „aus der unfreiwilligen Emigration in die Heimat zurück“[24] und wurden zunächst von seiner Schwester Anni Behrend aufgenommen, die in der Preetzer Chaussee 11 wohnte. Dort erreichte ihn die Berufung in mehrere städtische Kommissionen durch den Oberbürgermeister Max Emcke. Später bezogen Gayks eine Genossenschaftswohnung in der Virchowstraße 2 (1. Etage rechts), 1954[25]

Im März 1946 übernahm Andreas Gayk offiziell die Chefredaktion der wiedergegründeten Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung. [26] Die Landes- und Kommunalpolitik wurde sein ausschließlicher Lebensinhalt, insbesondere der Wiederaufbau seiner Geburtsstadt Kiel. Auf eine Bundestagskandidatur verzichtete er 1949.[27]

Zusammen mit Franz OsterrothKurt Pohle und Kurt Schulz gründete er die Schleswig-Holstein-Hilfe für Kriegsopfer.

Andreas Gayk erkrankte 1953 schwer, schien aber nach einem längeren Aufenthalt im Nordseesanatorium in Westerland wiederhergestellt. Erst danach wurde Krebs festgestellt; eine Operation half nur kurzfristig. [28] Mitten in der politischen Arbeit starb er 1954 an einer Gelbsucht, die den von Krebs bereits Geschwächten befiel.

schrieb er Ende August 1954[29] und arbeitete mit eisernem Willen vom Krankenbett aus bis wenige Tage vor seinem Tod.[30]

Frieda Gayk überlebte ihn nur um wenige Jahre; sie war in ihren letzten Lebensjahren fast völlig erblindet und starb am 12. Dezember 1960. [32]

Parteiämter

Bereits seit August 1945 arbeitete Andreas Gayk im Kreisverein Kiel und auf Bezirksebene an führender Stelle am Wiederaufbau der SPD mit, zusammen mit Persönlichkeiten wie Karl RatzHeinrich Fischer und Wilhelm Kuklinski. Es gibt gute Gründe, ihn als Schleswig-Holsteins „einflussreichsten und prominentesten SPD-Politiker“ der Nachkriegszeit [33] und als „stärkste und mächtigste Persönlichkeit der schleswig-holsteinischen SPD“[34] zu bezeichnen; auch wurde ihm eine „sagenhafte Autorität“ bescheinigt.[35]

Die SPD-Konferenz in der britischen Zone am 3.-4. Januar 1946 wählte ihn in den Vorstand des SPD-Zonenausschusses [36]. Der erste 10. März 1946Neumünster wählte ihn zum 3. Bezirksvorsitzenden (2. stellv. Vorsitzenden). Auf dem außerordentlichen Bezirksparteitag3. August 1946Eutin hielt er als Delegierter im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl 1947Sozialismus – Sehnsucht und Ziel aller Schaffenden!, der im Wahlkampf als Sonderdruck verbreitet wurde. Auf dem 7. und 8. Juni 1947 kam er, vermutlich auf eigene Entscheidung, lediglich in den erweiterten Vorstand.

Erst der Bezirksparteitag vom 22.-24. Mai 1948Schleswig23.-24. Juli 1949Rendsburg, am 17.-18. März 1951Kiel3.-4. Juli 1953Kiel bestätigt und behielt es bis zu seinem Tod.

Als Bezirksvorsitzender forderte er nach dem Weggang von Max Kukil in die Bundespolitik den ihm persönlich unbekannten Albert Schulz auf, sich als Leitender Bezirkssekretär (=Landesgeschäftsführer) zu bewerben; Erich Ollenhauer und Herbert Wehner hätten ihm dazu geraten. Anfang 1953 wurde Albert Schulz überraschend vom Bezirksvorstand mit großer Mehrheit gewählt, gegen einen Mitbewerber, der aus Schleswig-Holstein stammte, jedoch bei einem anderen Bezirksverband arbeitete. [37]

Auf dem Bundesparteitag am 11. Mai 1946 in Hannover wurde Andreas Gayk mit 184 von 245 Stimmen [38] in den 25-köpfigen Parteivorstand gewählt, dem er ebenfalls bis zu seinem Tod angehörte. Manchen galt er als der offensichtliche Nachfolger von Kurt Schumacher, dessen Linie der konsequenten Abgrenzung vom Kommunismus und Festhalten am Ziel der Wiedervereinigung Deutschlands er teilte.[39] Für den Bundesparteitag vom 11.-14. September 1948 in Düsseldorf beauftragte Schumacher, der wegen Krankheit nicht teilnehmen konnte, Andreas Gayk, seine programmatische Rede zu verlesen.

Nach Schumachers Tod am 20. August 1952Erich Ollenhauer werden würde. Dafür stand er jedoch nicht zur Verfügung. [40][41]

Oberbürgermeister von Kiel

Als erster hauptamtlicher Oberbürgermeister nach NS-Herrschaft und 2. Weltkrieg stand Andreas Gayk vor der Aufgabe, den Wiederaufbau von Kiel zu koordinieren und voranzutreiben. Die Stadt war als „Reichskriegshafen“ Ziel von 90 britischen Luftangriffen gewesen. Ihnen fielen 2263 Menschen zum Opfer.

Es gab kaum Wohnraum für die in die Stadt zurückdrängenden Evakuierten und die täglich in großer Zahl eintreffenden Flüchtlinge. Die Wirtschaft war schon seit der Kaiserzeit hauptsächlich Kriegswirtschaft gewesen, zum großen Teil Schiffbau und Zulieferbetriebe. Was nach dem 2. Weltkrieg an Industrieanlagen noch übrig war, sollte demontiert und nach Großbritannien gebracht werden. Es gab durchaus Pläne, Kiel in ein kleines „Fischerdorf“ zurückzuschrumpfen. [46].

Schon als Bürgermeister hatte Andreas Gayk am 18. September 1946 in einer Rede zur Kommunalwahl die Forderung „Raus aus dem Elend!“ geprägt, mit der anschließend auch die Landtagswahl 1947 bestritten wurde.

Als Oberbürgermeister sicherte er sich enge Mitarbeiter, auf die er sich verlassen konnte, weil er sie aus der Zeit vor 1933Toni Jensen, Stadtrat Friedrich MandelkowAlbert Witte. Dies waren keine Ja-Sager.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

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Widerstand gegen Demontagen

Gayk und sein Oberstadtdirektor Walther Lehmkuhl widersetzten sich den Demontageplänen und wagten den offenen Konflikt mit der britischen Besatzungsmacht. Für den Satz „Vorher hatten wir die Braunen, und nun haben wir die englische Krankheit!“ erhielt er von der Militärregierung Redeverbot, das erst kurz vor einer wichtigen Wahlkundgebung aufgehoben wurde. [48]

In zähen Verhandlungen erreichten sie, dass 18 Gebäude und fast 1000 Meter der Kais auf dem Ostufer erhalten blieben. Was demontiert oder gesprengt wurde, war für Kiel immer noch zuviel. Am 7. Dezember 1948Karl Ratz und dem CDU-Stadtpräsidenten Dr. Peter Jeschke einen Schweigemarsch gegen die Demontagen an, in den sich 22.000 Menschen einreihten. Gegen die Demontage der Holmag-Werke in Kiel-Friedrichsort wehrte er sich mit der Drohung „Und wenn hier die Hallen gesprengt werden sollen, dann mit mir.“ [49] Die Drohung blieb erfolglos, aber solche Aktionen und Äußerungen begründeten seinen legendären Ruf bei der Kieler Bevölkerung.

„Bürger bauen eine neue Stadt“

Andreas Gayk wollte auf der Grundlage des noch Vorhandenen eine Friedenswirtschaft entwickeln, von der Kiel leben und sich selbst versorgen konnte.

Kiel wurde von der britischen Besatzungsmacht zur Landeshauptstadt bestimmt. Die Universität begann schon 1945 unter schwierigsten Bedingungen wieder mit der Arbeit. Auch die Seefischerei wurde gefördert; Gayk erreichte bei den Besatzungsbehörden, dass ziviler Schiffbau in beschränktem Umfang wieder erlaubt wurde. Nach und nach siedelten sich Betriebe für Fischverarbeitung, Maschinenbau, Fein- und Elektromechanik sowie Textilherstellung an, die Arbeitslosigkeit ging zurück.

Den Wiederaufbau stellte Gayk unter das Motto „Bürger bauen eine neue Stadt“. In seinem kommunalpolitischen Testament verfügte er, dass Kiels Aufbauleistung mit einem Wandrelief im Hauptkorridor des Kieler Rathauses ein Denkmal gesetzt werden solle. Das Relief „Bürger bauen eine neue Stadt“, geschaffen von den Künstlern Alwin Blaue und Fritz During, eingeweiht am 24. Juni 1957[50] , sondern er gilt allen, die der Stadt in den schweren Zeiten nach dem Krieg geholfen haben.[51]

Gayk-Wäldchen

Von Anfang an hatte Andreas Gayk die Trümmerräumung in Kiel forciert. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich an Sonn- und Feiertagen ehrenamtlich zu beteiligen. Die Räumung machte solche Fortschritte, dass Kiel bald als bestgeräumte Stadt Deutschlands galt. [52] 1948 wurde damit begonnen, die Trümmerlandschaft wieder zu begrünen. Gayk wollte mit der Begrünung den leeren Flächen die deprimierende Wirkung nehmen, den aus den Ruinenfeldern kommenden Kalkstaub binden und die Flächen für den Wiederaufbau freihalten. Karl Rickers bezeichnet dies als „wohl eine der wichtigsten Maßnahmen in dieser trostlosen Zeit“.[53] Der Pinneberger Landrat Walter Damm stellte aus dem Baumschulgebiet seines Kreises Bäume und Sträucher zur Verfügung; Kieler Schulkinder pflanzten die gespendeten Gewächse ein.

Eines dieser Wäldchen erstreckt sich heute noch von der Koldingstraße bis hin zur Gelehrtenschule an der Feldstraße. Die dortige Hügellandschaft birgt Trümmer des 2. Weltkrieges.

Völkerverständigung

Die Erfahrung mit einem britischen Besatzungsoffizier, der aus dem von Deutschen zerstörten Coventry stammte, sich aber weit über seine dienstlichen Pflichten hinaus für den Wiederaufbau Kiels einsetzte, bewog Gayk, Kontakte nach Coventry zu suchen. Sie wurden erwidert und führten zur Gründung der „Gesellschaft der Freunde Coventrys“ am 2. April 1947[55] . Aus dieser Initiative, die von allen Bereichen der Gesellschaft – Stadtverwaltung, Universität, Schulen, Parteien, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kirche und Jugendverbänden – getragen und von der Landesregierung unterstützt wurde, erwuchs eine bis heute andauernde Partnerschaft der beiden Städte.

Schon vom 15.-20. September 1947 veranstaltete die Stadt auf Initiative Gayks die „Septemberwoche – Kiel im Aufbau“, eine Kulturwoche, in deren Zentrum Frieden, Humanität und Völkerverständigung „über alle Grenzen der Nationen und Parteien hinweg“ stehen sollten. 1948 wurde sie unter dem Motto „Kiel stellt sich um“ wiederholt und ab 1949 mit dem mittlerweile wieder stattfindenden sommerlichen Segelereignis „Kieler Woche“ zusammengelegt. Der Anspruch Andreas Gayks besteht bis heute, auch wenn nach äußerem Anschein die Kieler Woche viel von ihrem kulturellen Charakter zugunsten verstärkter Kommerzialität eingebüßt hat.

Andreas Gayk

„Gayk indeholder oprigtighed, ut�lmodighed og intolerance i �n og samme person; hans indflydelse i Kiel, s�vel som i resten af landet, kan ikke vurderes h�jt nok.“ Denne analyse kom fra en britisk officer, efter at ansatte p� Holsteinische Maschinenbau AG i Kiel d. 9. september 1947 havde forhindret bes�ttelsesmagternes planlagte demontage gennem en strejke. I briternes �jne var det nemlig overborgmester Andreas Gayk (SPD), der stod bag protesterne.

Den britiske officers beskrivelse af Gayk var meget rammende. Gayk, der var f�dt i Kiel-Gaarden, var tidligt engageret i arbejderbev�gelsen. Efter at have v�ret journalist p� en parti-avis i L�denscheid, m�tte han som soldat deltage i 1. verdenskrig. Under revolutionen i 1918 var han aktiv i sit regiments soldaterr�d. Han vendte dern�st tilbage til Kiel og arbejdede for den socialdemokratiske Schleswig-Holsteinische Volk=Zeitung. Som slesvig-holstensk landsformand for foreningen Die Kinderfreunde (B�rnevennerne) udviklede Gayk ideen om „b�rnerepublikker“. Efter nationalsocialisternes magtovertagelse m�tte den engagerede socialdemokrat g� under jorden.

Efter 2. verdenskrig overtog Gayk ansvaret i Kiel, og hans politik rettede sig mod en l�sning af de mest p�tr�ngende problemer. I 1946 erkl�rede han: det giver ingen mening, „at servere sk�nne samfundsm�ssige utopier. Det drejer sig om ? livsn�dvendige ting: … For det f�rste: at skaffe f�devarer, for det andet: at skaffe kul til vinteren, for det tredje: at skaffe kul til produktionen for at oph�ve den �konomiske lammelse. S� f�rst, for det fjerde: Opbygningen af et �gte demokratisk selvstyre.“ Med denne prioritering var Gayk en „problemknuser“, der langt mere investerede sine kr�fter i opbygningen af fremtiden end i h�ndteringen af fortiden. Gayks engagement i genopbygningen af den �delagte by, Kiel, vandt symbolstatus og blev n�rmest legendarisk. P� ryddede grunde lod han plante tr�er, som snart blev kaldt „sm� Gayk-skove“. De skulle symbolisere byens spirende nye liv. Som en st�rk gruppeformand i Landdagen f�rte han ogs� partipolitik, men takkede dog nej til embedet som ministerpr�sident. Indtil sin d�d i 1954 forblev han f�rst og fremmest sin f�deby, Kiels overborgmester

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Europa, Deutschland, Schleswig-Holstein, Kiel, Andreas-Gayk-Straße

Welcher Kieler kennt diesen Anblick nicht, doch meistens sitzt man dann im Bus und schaut nach hinten, oder aber man muss über die Ampel. Mit anderen Worten: Man fotografiert das kaum. Dabei gibt es nur wenige Winkel, wo der Fernsehturm so zur Geltung kommt. 🙂